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Aktuelles

Hygieneregeln für Gottesdienste

Alle Teilnehmenden tragen sich in ausgelegte Listen ein
(Name und Telefonnummer), die nach 21 Tagen vernichtet werden.
Bitte eigene Stifte mitbringen.

Handdesinfektion am Eingang
durch einen Mitarbeitenden

Mund und Nasenschutz wird dringend empfohlen

Abstandsregeln (mind. 1,5 m zur nächsten Person) bitte einhalten
(gelten nicht für Personen und Familien, die in einem Haushalt leben)

• Für Massenheim:
Haupttür = nur Eingang
Seitentür = nur Ausgang
Nur markierte Plätze
(jede zweite Bank, max. zwei Personen pro Bank)
Empore kann nicht benutzt werden.

• Für Wicker:
Ankunft und Verlassen „in Schichten“
Aufgelockerte Bestuhlung im 1,5m-Abstand

Auf Gesang muss verzichtet werden,
die Gesangbücher werden entfernt.
(Die Orgel ist aber zu hören !)

Bitte haben Sie Verständnis für eine eingeschränkte Teilnahmemöglichkeit.
Je nach dem werden eventuell - nach den ersten Erfahrungen - zusätzliche Abendandachten angeboten.

Pfarrer Christoph Müller

7. Mai 2020

Warum,

wollte ein Schüler wissen, beginnt eigentlich unsere Zeitrechnung von Christi Geburt her und nicht von seiner Auferstehung?

Auf den ersten Blick überrascht die Frage - mit seiner Geburt kam Jesus auf die Welt und damit begann der Welt Erlösung und Heil. Sein „Auf-die-Welt-Kommen" ist also der entscheidende Punkt. So weit, so richtig.

Dennoch lohnt es sich, über die andere Möglichkeit nachzudenken, denn das Osterereignis ist von enormer Bedeutung für die Urgemeinde gewesen. „Ist aber Christus nicht auferweckt worden", heißt es bei Paulus, „so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch der Glaube vergeblich" Also: Ohne Ostern kein Glaube, ohne Ostern keine Gemeinde, keine Kirche, keine Hoffnung, kein Trost. So überragend bedeutend ist dieses Fest, dass es schon sehr früh zum Anlass genommen wurde, vertraute Traditionen zu verlassen. Die ersten Christen jüdischer Herkunft, die keineswegs ihren bisherigen Glauben verleugnen mussten, führten dennoch etwas radikal Neues ein: nicht mehr der Sabbat, also der Samstag, sondern der Sonntag wurde ihnen zum heiligen Tag.

Der Sonntag gilt seitdem als erster Tag der Woche. Und warum? Weil an einem Sonntag, einem Sonntagmorgen, Christus auferstanden ist. Daher feiern wir sonntags unsere Gottesdienste und jeder Gottesdienst ist eigentlich eine Vergewisserung dessen, was wir an Ostern feiern.

Es wäre also keineswegs verwunderlich gewesen, hätte man dieses Geschehen an den Anfangspunkt einer neuen Zeitrechnung gesetzt.

Dass es anders kam, halte ich für gut und wichtig. Nicht allein die Auferstehung ist Zeichen des angebrochenen Heils, die Zeit davor ist es ebenso. Damit ist das Leben, Wirken und Leiden Christi gemeint. Der „Christus für uns" erscheint doch da am Greifbarsten, wo er uns in unseren menschlichen Verhältnissen begegnet, unsere Nöte teilt und unsere Verwundungen heilt. Der vorösterliche Jesus, ist ebenso eine Heilsgestalt wie der auferstandene Christus.

Mit seiner Geburt beginnt das Neue, das Gott uns Menschen schenkt, mit seiner Auferstehung wird es bestätigt.

Pfarrer Christoph Müller

Hochheimer Zeitung, 20.03.2020

In atemberaubender Geschwindigkeit überschlagen sich gegenwärtig die Ereignisse. Was vor einer Woche noch für unwahrscheinlich gehalten wurde, ist vielleicht morgen schon dringend geboten.

...
Die unter uns, die nicht gerade die Kriegs – und Nachkriegszeit erlebt haben, müssen sich im Zeitraffer auf Situationen einstellen, die unserem bisherigen Lebensmodus fremd gewesen sind: eine ganze Gesellschaft wird heruntergefahren. Und kein Bereich kann sich wegducken. Dabei werden von nicht wenigen Höchstleistungen abverlangt. Wer in diesen Tagen an den Supermarktkassen Schlange stand, der möge sich vorstellen, wie es denjenigen geht, die an eben diesen Kassen sitzen. Die einen werden in eine unfreiwillige Auszeit geschickt, die anderen bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht. Und für alle ist es irgendwie Last. Und sei es, völlig aus dem gewohnten Tritt zu geraten.

In den nächsten Wochen wird es keine Gottesdienste geben. Versammlungen, besonders in geschlossenen Räumen sind zurecht untersagt und da kann es für die Kirchen keine Ausnahmen geben.

Allerdings muss das nicht bedeuten, dass „Der Gottesdienst“ gänzlich ausfällt. Er könnte in einer Gestalt erlebt und gelebt werden, die einst einer der Säulen der Reformation gewesen ist: Der Alltag als Gottesdienst. Richtig, von Christen wird erwartet, Christen werden dazu ermutigt, ihre Aufgaben, ihre Pflichten, ihre Arbeit, ja selbst ihre arbeitsfreie Zeit im Horizont des Glaubens an den rettenden und barmherzigen, aber auch an den fordernden Gott zu erleben und zu leben. Tag täglich und nicht nur sonntags.

Was heißt das für die momentane Krise? Das heißt, sie so anzugehen, dass einer des anderen Last trägt. So steht es in der Bibel, im Neuen Testament. Und das muss man nicht groß interpretieren, es ermutigt zu etwas selbstverständlich Menschlichen – nämlich in der Not füreinander da zu sein.

Man nennt das auch Solidarität. Oder eben Nächstenliebe.

Einigen wird es leichter fallen, mit den Einschränkungen klarzukommen,
anderen nicht. Sie sind darauf angewiesen, dass Menschen ihnen unter die Arme greifen. Und sei es, dass man die Nachbarin ohne eigenes Auto fragt, was sie an Einkäufen benötigt ...

Wie lange die Krise noch dauert, weiß keiner; was wir ihr entgegensetzen können, ist eine ganze Menge. Gottlob.

Ich wünsche uns alles Gute und Gottes Segen

Pfarrer Christoph Müller, Massenheim-Wicker